Wirtschaftlichkeitsberechnungen von Klimaschutzinvestitionen in der Wohnungswirtschaft – Clusteranalyse und 25 Szenariofälle.

Titel Wirtschaftlichkeitsberech-nungen von Klimaschutzinvestitionen in der Wohnungswirtschaft
Untertitel Clusteranalyse und 25 Szenariofälle
Autor(en) Andreas Pfnür, Nikolas D. Müller, Sonja Weiland
Jahr 2009
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Das vorliegende Arbeitspapier ist eine Ergänzung zum Bericht der wissenschaftlichen Begleiter im Rahmen der Kommission „Klimaschutzpolitik der Bundesregierung und der Europäischen Union – Auswirkungen auf die Immobilien- und Wohnungswirtschaft“, eingesetzt unter dem Dach des Deutschen Verbands für Wohnungswesen, Städtebau und Raumordnung e.V. (DV). Der vollständige Kommissionsbericht ist im Eigenverlag des DV im November 2009 erschienen.

Die Ursache für die Einberufung der benannten Kommission ist ein Prozess von umweltpolitischen Entscheidungen, der in Bezug auf Deutschland maßgeblich im März 2007 begonnen hat. Auf dem Gipfel des Europäischen Rates im März 2007 verständigten sich die Regierungschefs auf klima- und energiepolitische Ziele, die bis 2020 umzusetzen sind: Reduzierung der Treibhausgasemissionen um 20 %, Erhöhung des Anteils der Erneuerbaren Energien auf 20 % und die Steigerung der Energieeffizienz um 20 % gegenüber 1990. Der Europäische Rat hat unter deutscher Ratspräsidentschaft besonders die Vorreiterrolle der EU beim internationalen Klimaschutz hervorgehoben. Es wurde betont, dass kollektives Handeln auf internationaler Ebene eine ganz entscheidende Voraussetzung ist, dem Klimawandel zu begegnen. In diesem Zusammenhang haben sich die Staats- und Regierungschefs gemeinsam darauf verständigt – und dass unabhängig von der internationalen Klimapolitik – Europa zu einer Volkswirtschaft mit hoher Energieeffizienz und geringen Treibhausgasemissionen umzugestalten. Dieser Verpflichtung folgend hat die deutsche Bundesregierung im August 2007 in Meseberg die Eckpunkte für das integrierte Energie- und Klimaprogramm (IEKP) beschlossen, in welchem ein eindeutiger Fokus auf den Gebäudebestand als einen der größten Verursacher von Treibhausgasemission gelegt wurde.

Die Verfahrensauswahl bei der Berechnung orientiert sich unmittelbar am Zweck, dem die Berechnungen dienen. Nachfolgend ist aus den Perspektiven der Akteure zu zeigen, ob eine energetische Sanierung vorteilhaft ist oder nicht. Von der Vorteilhaftigkeit hängt aus ökonomischer Sicht die Investitionsbereitschaft der Akteure und aus der Perspektive des Umweltschutzes die zu erwartende Reduktion der CO2-Emissionen ab. Die Entscheidung für oder gegen eine Sanierungsinvestition machen Wirtschaftssubjekte, zumindest solange Kapital ein knappes Gut ist, von den Alternativen der Kapitalverwendung abhängig. Wenn Alternativen unterschiedliche Kapitaleinsätze erfordern, unterschiedliche Zahlungsstrukturen und damit verbundene Risiken aufweisen, dann führt ein Vergleich von Endwerten ebenso wie ein Vergleich von Barwerten, also von absoluten Größen, nicht zwangsläufig zu einer richtigen Entscheidung. Hier muss die Rendite des eingesetzten Kapitals als Entscheidungsgröße herangezogen werden. Die Rendite ist die durchschnittliche jährliche Wachstumsrate des eingesetzten Kapitals und kann als Eigenkapital- oder Gesamtkapitalrendite berechnet werden. Der auf der Kapitalwertberechnung basierende interne Zinssatz birgt dabei nach herrschender Meinung erhebliche methodische und interpretative Probleme, sodass von seiner Verwendung strikt abzuraten ist. Die auf Basis Vollständiger Finanzpläne ermittelten Wachstumsraten des eingesetzten Kapitals (VoFi-Rendite) sind hingegen frei von methodischen Problemen und frei von für den Betrachter nicht sichtbaren impliziten Prämissen der Berechnung.