Systematik und Abgrenzung von PPP-Modellen und Begriffen

Titel Systematik und Abgrenzung von PPP-Modellen und Begriffen
Untertitel -
Autor(en) Sebastian Kühlmann
Jahr 2006
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Vor dem Hintergrund gesellschaftlicher und wirtschaftlicher Veränderungen sowie einer Zuspitzung der Finanzlage der öffentlichen Haushalte in Deutschland sind neue Konzepte gefragt. Im Mittelpunkt der Modernisierungsdiskussion steht unter anderem das bisherige Rollenverständnis des Staates als Produzent öffentlicher Leistungen. Es ist eine Entwicklung angestoßen, bei der sich der Staat zunehmend auf seine Kernkompetenzen konzentriert und die Erbringung öffentlicher Leistungen privatwirtschaftlichen Unternehmen überträgt. Eine Möglichkeit, den Spagat zwischen öffentlicher Aufgabenverantwortung und Verschlankung des Staatsapparates zu bewerkstelligen, stellt Public Private Partnership (PPP) dar.

PPP steht für eine moderne und zukunftsorientierte Form der Zusammenarbeit von öffentlichen und privaten Partnern. Aus diesem Grund erfreut sich PPP bei Politikern und Interessenvertretern großer Beliebtheit. Diese hat die Entwicklung von PPP in den letzten Jahren immer schneller vorangetrieben. Inzwischen wird der PPP-Begriff in einem breiten Spektrum zwischen traditioneller Eigenerledigung und vollständiger Privatisierung sehr beliebig und unstrukturiert verwendet. Die inhaltliche Grundidee von PPP gerät dabei zunehmend in den Hintergrund.

Für die Umsetzung von PPP-Projekten im öffentlichen Hochbau gibt es zahlreiche so genannte PPP-Modelle. Allerdings spiegelt die inhaltliche Ausgestaltung dieser PPP-Modelle die undifferenzierte und beliebige Begriffsverwendung von PPP wieder. Unter dem Label „PPP“ werden viele Projekte der Öffentlichkeit präsentiert, die offensichtlich der eigentlichen Grundidee von PPP nicht mehr gerecht werden.

Ziel dieser Arbeit ist es, die zur Durchführung von PPP-Projekten im öffentlichen Hochbau verwendeten PPP-Modelle einer kritischen Betrachtung zu unterziehen. Im Ergebnis soll deutlich werden, inwieweit die zur Auswahl stehenden PPPModelle der Grundidee von PPP gerecht werden und die Modellbezeichnungen zutreffend sind.

Um eine Bewertung der PPP-Modelle vornehmen zu können, wird zunächst auf das Begriffsverständnis und die Entwicklung von PPP eingegangen. Anschließend werden die entscheidenden Inhalte einer Auswahl an PPP-Modellen vorgestellt. Zudem werden die wesentlichen Aspekte von PPP im Allgemeinen sowie insbesondere für Projekte im öffentlichen Hochbau aus dem Begriffsverständnis herausgearbeitet. In einem weiterführenden Schritt werden die Modelle auf ihre PPP-Merkmale hin überprüft und bewertet. So dann werden die Modelle auf bestehende Gemeinsamkeiten und insbesondere auf die spezifischen Charakteristika, den so genannten Alleinstellungsmerkmalen, untersucht, die die Modelle auszeichnen. Diese Analyse des Ist-Zustandes bildet die Grundlage für eine kritische Auseinandersetzung mit den Modellen bzw. den Modellbezeichnungen. Abschließend soll aufgezeigt werden, ob die PPP-Modelle der PPP-Philosophie gerecht werden bzw. die Bezeichnungen den Modellcharakter angemessen ausdrücken.