Kognitiv verzerrte Entscheidungen als Ursache für Ineffizienzen in der Immobilienprojektentwicklung

Titel Kognitiv verzerrte Entscheidungen als Ursache für Ineffizienzen in der Immobilienprojektentwicklung
Untertitel Managementorientierte Zusammenfassung der Ergebnisse einer empirischen Studie
Autor(en) Kevin Meyer, Andreas Pfnür
Jahr 2015
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Kosten- und Zeitüberschreitungen bei großen Immobilienprojekten auf die bisherigen Ursachen zurückzuführen springt gefährlich kurz zu. Aus der vorliegenden empirischen Studie spricht vieles dafür, dass ein kognitiv verzerrtes Entscheidungsverhalten als wichtige Ursache neben die bislang üblichen Verdächtigen der ungeeigneten Vertragskonstellation, der schlechten Prozessorganisation, der mangelnden Qualifikationen der Beteiligten und der ungünstigen externen Umwelteinflüssen tritt. Die Befragung von 227 Managern in der Entwicklung von betrieblich durch Unternehmen oder die öffentliche Hand genutzten Immobilienprojekten hat gezeigt, dass Entscheidungsträger in Immobilienprojektentwicklungen erheblichen kognitiven Verzerrungen unterliegen, die die Qualität der getroffenen Entscheidungen negativ beeinflussen und somit die Effizienz der Projektabwicklung erheblich beeinträchtigen. Die festgestellten kognitiven Verzerrungen betreffen die Selbstüberschätzung der eigenen Fähigkeiten, einen irrationalen Überoptimismus bei der Bewertung von Projektrisiken sowie ein eskalierendes Commitment bei in Schieflage geratenen Projekten. Die nach Akteursgruppen differenzierte Analyse fördert interessante Ergebnisse zu Tage. So ist entstehen auf Seiten der Auftraggeber von Projektentwicklungen bei Entscheidungsträgern der öffentlichen Hand mit Abstand die größten kognitiven Verzerrungen. Die Entscheidungsträger von Bauunternehmen und Projektentwicklern entscheiden dementgegen deutlich rationaler.