Transformation der Immobilienwirtschaft

Die Immobilienwirtschaft steht am Anfang eines tiefgreifenden Wandels, ausgelöst durch breite und parallel stattfindende Veränderungen in Technologie (z.B. Digitalisierung), Wirtschaft (z.B. Globalisierung, zunehmende Wettbewerbsintensität, zunehmende Serviceorientierung) und Gesellschaft (z.B. demografischer Wandel). Da Marktteilnehmer und Unternehmen der Immobilienwirtschaft auf diesen Wandel reagieren, sprechen wir von einer Transformation der Immobilienwirtschaft. Sie wird damit durch mehrere, gleichzeitig wirkende Megatrends ausgelöst und führt zu einem Anpassungsbedarf aller Geschäftsmodelle des bau- und immobilienwirtschaftlichen Wertschöpfungssystems. Gleichzeitig bietet sie große Potenziale für neue Geschäftsmodelle.

Benjamin Wagner


 
In der Unternehmenspraxis werden diese Veränderungsprozesse zwar gesehen, aber noch nicht in voller Breite erkannt. Um nur einige Beispiele zu nennen: Unternehmen benötigen zunehmend flexible Immobilienlösungen, New Work fordert neue Bürokonzepte, und die Flächennachfrage verändert sich gravierend. Jeder redet derzeit von Digitalisierung. Wie diese gemeinsam mit anderen Treibern allerdings genau auf die Geschäftsmodelle wirkt, bleibt dementgegen oft noch unklar. Das Forschungsprofil verfolgt daher das Ziel sowohl wissenschaftlich als auch praxisorientiert aufzuzeigen, welchem Handlungsdruck die einzelnen Akteure ausgesetzt sind und identifiziert den Anpassungsbedarf tradierter immobilienwirtschaftlicher Geschäftsmodelle, Produkte und Prozesse. Dazu werden alle immobilienwirtschaftlichen Akteursgruppen, insbesondere gewerbliche Nutzer, Projektentwickler, leistungswirtschaftliche Dienstleister, Planer, Bauunternehmen, Finanzierer und Investoren erforscht. Im Ergebnis zeigt sich wie weltweite Megatrends über die Mechanismen veränderter Flächennutzung und Kapitalanlage in die deutsche Immobilienwirtschaft eindringen und wie die digitale Transformation dazu beitragen kann, die Zukunftsfähigkeit immobilienwirtschaftlicher Geschäftsmodelle zu erhalten. Darauf aufbauend ergeben sich Managementansätze, um den zukünftigen Herausforderungen zu begegnen und die Transformation zu gestalten.

Prof Dr. Andreas Pfnür

Projekte & Publikationen

8. Oktober 2020

ZIA-CREM-Studie 2020 – Die Rolle der öffentlichen Hand in der immobilienwirt- schaftlichen Transformation deutscher Unternehmen

Die öffentliche Hand ist in der Zur-Verfügung-Stellung von Grundstücken sowie den Planungs- und Genehmigungsverfahren zentraler Akteur aller größeren Bau- und Immobilienvorhaben der Unternehmen. Nach Ansicht der in dieser Studie befragten deutschen Großunternehmen hat die öffentliche Hand nicht nur großen Anteil an der effizienten Umsetzung ihrer immobilienwirtschaftlichen Transformation, die reibungslose Kooperation zwischen den Partnern ist vielmehr auch eine der höchsten Hürden der immobilienwirtschaftlichen Transformation der Unternehmen.

Link zur Veröffentlichung:

https://www.real-estate.bwl.tu-darmstadt.de/media/bwl9/dateien/arbeitspapiere/200924_WP40_ZIA_CREM_Studie_2020.pdf

18. März 2020

Transformation of the real estate and construction industry: empirical findings from Germany

The German real estate and construction industry is facing a transformation, triggered by fundamental changes in technology, the economy and society. The purpose of this paper is to explore how these changes exert pressure to adapt on existing business models, while also offering opportunities for their further development. A model that attributes the transformation of the real estate industry to megatrends, specific structural change drivers, business models and the interaction of the groups of players in the value creation system is developed. The model is tested empirically by a survey. Structural equation modelling is used to measure the impact of various determinants of transformation and the relevance of adaptation strategies to the different groups of players. As a result, the study explains three impact mechanisms of the transformation in the real estate industry. The transformation originates from the occupiers, who need more flexible space and are focusing on holistic solutions that are not provided by the real estate industry. Service providers are striving to increase the efficiency of their traditional processes, rather than evolving new business models or services. The investors recognise the increasing importance of the occupiers but they are rarely pursuing the resulting strategies. Property developers recognise these requirements: their adaptation strategies most strongly question their previous business. For practitioners, the results read more

21. März 2019

Die deutschen Corporates stehen vor einem massivem Anpassungsbedarf ihrer betrieblichen Immobilien

ZIA CREM Studie: Herausforderungen des Corporate Real Estate Managements im Strukturwandel

Die deutschen Corporates stehen vor einem massivem Anpassungsbedarf ihrer betrieblichen Immobilien. Hintergrund ist der Strukturwandel der deutschen Wirtschaft und Gesellschaft, der mit massiven Veränderungen der physischen Organisation der Arbeit – und damit den immobiliaren Betriebsmitteln – einhergeht. Vor allem getrieben durch die Digitalisierung, die Globalisierung und den demografischen Wandel verändern sich die Flächenbedarfe der Unternehmen aktuell erdrutschartig. Eine von uns im Auftrag des ZIA durchgeführte Umfrage bei den Unternehmen zeigt, dass 35 % aller Flächen durch Redevelopment in den nächsten 10 Jahren an zukünftige Nutzungen angepasst werden müssen. 22% der Flächenportfolien werden zudem durch Markttransaktionen verändert werden. In der Summe werden die Immobilienflächen der Unternehmen zukünftig nicht zurück gehen, sondern sogar noch leicht steigen müssen, um den Strukturwandel effizient zu bewältigen. Die CREM Abteilungen stehen intern gegenüber den Business Units zukünftig verstärkt mit dem Rücken zur Wand. Können für die Innovationsinvestitionen der Unternehmen dringend benötigte Flächen nicht bereitgestellt werden, droht der Innovationsprozess und damit die Überlebensfähigkeit in einer globalisierten Welt ins Stocken zu geraten.

Weitere Informationen zur ZIA CREM Studie und kostenfreier Download der Studie

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21. November 2018

Ergebnisbericht: Transformation der Immobilienwirtschaft – Eine empirische Studie deutscher immobilienwirtschaftlicher Akteure

Die im Frühjahr 2018 durchgeführte empirische Befragung aller Akteursgruppen der deutschen Immobilienwirtschaft verfolgte den Zweck ein Big Picture der Transformation in der Immobilienwirtschaft zu erzeugen. Jeder in der Immobilienwirtschaft redet von Digitalisierung und Strukturwandel. Das Thema ist zweifelsohne in der Branche angekommen. Fragt man die Akteure allerdings danach, wo denn Handlungsbedarf besteht, erhält man kaum konkrete Antworten. Besucht man die zahlreichen Branchenevents und liest die bisherigen Studien, die sich mit der Digitalisierung beschäftigen, verfestigt sich der Eindruck „vieler loser Enden“ mit zahlreichen inhaltlichen Fragmenten, die vielleicht zukünftig wichtig werden können, aber nicht müssen. Angesichts der zahlreichen fragmentierten Marktanalysen und Technologiebausteine wächst mit jedem neuen Beitrag die Gefahr, den Blick für das Wesentliche der Transformation zu verlieren und für die Unternehmen den effektiven Anpassungspfad der Immobilienwirtschaft zu verlassen.

Das Forschungsvorhaben wird von der Helaba Tochter OFB Projektentwicklung finanziell und inhaltlich unterstützt. Ziel des Projekts ist es, die Wirkungsmechanismen des Strukturwandels auf die Unternehmen der Bau- und Immobilienwirtschaft im ganzheitlichen Kontext zu verstehen sowie den Anpassungsbedarf der tradierten Geschäftsmodelle, Produkte und Prozesse zu identifizieren.

Die Immobilienwirtschaft steht vor tiefgreifenden Veränderungen

Die Ergebnisse read more

20. November 2018

Transformation der Immobilienwirtschaft – Eine praktische Perspektive auf die Ergebnisse durch die OFB-Projektentwicklung

Die Frankfurter Projektentwicklung OFB hat als Kooperationspartner im Rahmen des 60jährigen Jubiläums eine Kurzversion der im Frühjahr 2018 durchgeführte empirische Befragung aller Akteursgruppen der deutschen Immobilienwirtschaft veröffentlicht. Diese Veröffentlichung ist sowohl in der Immobilienzeitung als auch im Immobilienmanager medial aufgegriffen worden.

Die Studienergebnisse zeigen, dass der Strukturwandel mit seinen breiten und tiefgreifenden Veränderungsnotwendigkeiten für die Immobilienwirtschaft mehr als Digitalisierung umfasst. Nach Einschätzung der Entscheidungsträger ist sie nur ein Megatrend unter vielen. Der stärkste Einfluss auf die Immobilienwirtschaft geht nach Einschätzung der befragten Entscheidungsträger von den Megatrends Urbanisierung und sozio-demografischer Wandel aus. Der Megatrend der Nachhaltigkeit scheint in der Wahrnehmung der Akteure generell seine hohe Relevanz der letzten Jahre verloren zu haben, da sie aufgrund der zahlreichen Initiativen und der hohen gesetzlichen Vorgaben zum Standard geworden ist. Darüber hinaus wird aus den Studienergebnissen ersichtlich, dass der immobilienwirtschaftliche Strukturwandel mit seinen Veränderungsprozessen des Wertschöpfungssystems vielen immobilienwirtschaftlichen Akteuren erst noch bevorsteht. Demnach wird sich der Einfluss des Strukturwandels in den kommenden fünf Jahren massiv verstärken. Gleichzeitig bietet die Transformation der Immobilienwirtschaft Chancen für neue Geschäftsmodelle. Die treibende Kraft der Transformation sind die gewerblichen Immobiliennutzer, welche dringend immobilienwirtschaftliche Lösungen für den Strukturwandel der eigenen Branche benötigen. Besonders die Projektentwickler scheinen hier als Lösungsanbieter gefordert zu sein.